Interview mit Max Schlundt

YDOL im Gespräch mit dem Hi-Fi Spezialisten aus Berlin

Mit seinem Laden für Kultur-Technik im Berliner Stilwerk hat Max Schlundt nicht nur die hochwertigste Edel-Fundgrube für Hi-Fi-High-End Geräte eröffnet, sondern einen Treffpunkt für Gleichgesinnte geschaffen. Fachmännische Beratung, ein gegenseitiger Austausch über Lautsprecher, Verstärker & Co., sowie das Erleben von Musik stehen hier tagtäglich auf dem Programm.

Auf eine sehr besondere Art, teilt Schlundt mit seinen Kunden die große Liebe zur Musik, seine jahrelange Erfahrung im Hi-Fi & High-End Bereich und den Wunsch ein Stück Kultur zu bewahren. Im Interview sprachen wir mit dem Experten über Musikgenres, die Besonderheit der Burmester Audiosysteme und die perfekte Raumakustik, um Musik zu erleben.

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Max Schlundt Interview 1

Interview Max Schlundt

YDOL: Herr Schlundt, ein perfekter musikalischer Abend ist…

Max Schlundt: Ein perfekter musikalischer Abend, der den Namen Perfektion wirklich verdient, ist ein Live Konzert. Das kann ein großartiger Event in der Waldbühne oder der O2 World sein, im Quasimodo oder in der Philharmonie. Zu dem perfekten Musikerlebnis gehört in irgendeiner Form Gemeinsamkeit mit Anderen. Eine Atmosphäre, die ich so für mich nicht erleben kann, wenn ich allein Musik höre, und die ich nicht erleben kann, wenn ich Musik von der Konserve höre.

 

YDOL: Reden wir über die Hi-Fi Geräte, also das, worum es bei Max Schlundt Kultur-Technik geht.

Max Schlundt: Nein, darum geht es nicht. Aber man braucht die Hi-Fi, um auch zu Hause das zu erleben, worum es in Wirklichkeit geht – die Musik!

 

YDOL: Sie sagen es! Erklären Sie mir, wie die High-End Audiogeräte das Musikhören in ein Erlebnis verwandeln.

Max Schlundt: Wirklich erklären kann man es nicht. Es ist etwas, das über das Hören hinausgeht und beim Hören passiert. Wahrnehmen wäre der treffende Ausdruck. Wenn Sie Musik über eine gute Anlage abspielen, hören Sie diese mit gesteigerter Wahrnehmung. Eventuell ist es auch Ihre Fähigkeit den Erinnerungsprozess in Gang zu setzen und Sie nehmen wahr, was rein messtechnisch nicht wahrzunehmen wäre.

 

YDOL: Und die technischen Aspekte dabei?

Max Schlundt: Wenn bestimmte Kriterien bei einer Anlage stimmen, – das sind Breitbandigkeit im Frequenzbereich; Zeitrichtigkeit, also Phasenkohärenz über das gesamte System – erleben wir etwas wirklich Erstaunliches. Man muss sich das so vorstellen: Alles was wir hören sind Schallereignisse, die wir als Addition unzähliger Sinuswellen darstellen können. Diese haben jeweils eine bestimmte Frequenz, welche beim Hörempfinden einer bestimmten Tonhöhe entspricht und all diese Frequenzen haben einen zeitlichen Bezug zueinander. Wenn jemand hier im Raum etwas sagt und dabei versucht, exakt den gleichen Ton zu treffen wie ich, dann mag er exakt den gleichen Grundton treffen, es wird sich dennoch anders anhören. Das liegt daran, dass der Körper dieser Person mitschwingt, ihre Kopfform anders ist und ihr Hals wesentlich länger. Wenn Obertöne, welche den Klang ausmachen, einen bestimmten zeitlichen Bezug zueinander haben, dann ist es in der Elektronik seltsamerweise so, dass sowohl in Verstärkern als erst Recht auch in Lautsprechern die Situation auftritt, in der wir von einer Phasenverschiebung in einem bestimmten Frequenzbereich sprechen. In diesem Fall ist das Zeitverhalten der Frequenzen zueinander unterschiedlich zwischen dem, was aus dem System herauskommt und dem, was ins System hinein ging. Dies ist ein ganz wichtiger Schlüssel dazu, ob etwas natürlich klingt oder nicht. Für die Natürlichkeit muss das Zeitverhalten so präzise wie möglich bleiben.

 

YDOL: Welchen Einfluss hat das räumliche Ambiente auf das Musikerlebnis?

Max Schlundt: In Bezug auf den Raum haben wir es mit einer etwas verrückten Situation zu tun. In der modernen Architektur fi nden wir ausgebaute Lofts mit Sichtbeton, glatten Flächen und großen Fenstern mit Blick auf die ganze Stadt. Dies hat zur Folge, dass wir Wohnräume haben, die mit vielen Refl exionen daher kommen. Mit einer guten Musikanlage in so einem Raum habe ich das Problem, dass ich mit viel Glück noch 50% der Musik als direkt abgestrahlten Schall höre. Der Rest – und das sind dann über 50% – wird durch den Raum beeinfl usst und ‚verbogen‘.

 

YDOL: Welchen Raum braucht es, um Musik richtig zu erleben?

Max Schlundt: Einen Raum, der bestimmte Kriterien erfüllt. Dazu gehören: Eine nicht zu hohe Nachhallzeit und ein Nachhall, der sich relativ gleichmäßig im Frequenzspektrum darstellt. In einem Raum, in dem tiefe Töne sehr lange nachhallen und die hohen Frequenzen relativ schnell abklingen, ist das refl ektierte Bild ein ganz anderes als das direkt abgestrahlte. Haben wir keinen so hohen Nachschall und stellt sich dieser relativ ähnlich dar wie der direkt abgestrahlte Schall, ist das weniger irritierend als bei einem ganz divergierenden Ergebnis.

Es gibt Räume, die nicht schön sind zum Musikerleben. Räume mit sehr hoher Nachhallzeit, mit Flatterechos und ähnlichen Geschichten. In der Regel sind es auch Räume, in denen es nicht angenehm ist zu kommunizieren.

 

YDOL: Wie kann man die Akustik im Raum verbessern?

Max Schlundt: Zunächst würde man sich anschauen, wo die Stellen an den Wänden sind, die zwischen Lautsprecher und Hörplatz, für den seitlich abgestrahlten Schall massive Refl exionsfl ächen darstellen. Dort müsste man einen Teil dieser Refl exionen bedämpfen. Insgesamt ist es wichtig, die Nachhallzeit im gesamten Raum soweit runter zu kriegen, dass der Raum noch nicht akustisch tot klingt, aber eine relativ geringe Nachhallzeit hat. Dies erfolgt mittels Absorption. Am Ende würde dies auch der Sprachverständigkeit und demzufolge der Kommunikation zugute kommen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit zu versuchen, dass nicht die gesamte refl ektierte Energie an den gleichen Punkt ‚geschleudert‘ wird. Dazu kann man Diffusoren an Wände anbringen mit dem Effekt, dass nur ein Teil der Schallenergie an den Hörplatz refl ektiert wird, ein anderer Teil aber z.B. in Richtung Decke und noch ein anderer zurück zum Lautsprecher. Diffusion und Absorption sind die zwei wichtigen Aspekte wenn man über Raumakustik spricht.

 

YDOL: Wie trägt das Roomtuning-Konzept von YDOL zum optimalen Musikerleben bei?

Max Schlundt: Ich möchte hier keine große Schlepperei anfangen, aber wenn wir aus diesem Raum die Relax Island hinaustragen und die 2,40 x 1,20 Wandabsorber entfernen, klingt alles in diesem Raum ganz anders. Ob Sie sagen„Wow“ es ist wirklich eine tolle Anlage oder es als einen lediglich guten Klang einschätzen, hängt stark davon ab, ob diese Gerätschaften wirklich gute Bedingungen zum Abspielen haben. Also auch eine gute Raumakustik. In dem hochpreisigen Hi-Fi Bereich reden wir meist auch über anspruchsvolle Einrichtung, über gute Materialien und hochwertige Verarbeitung.

Mir persönlich ist im Bereich der Raumakustik bisher nichts untergekommen, dass so fl exibel, vielseitig und angenehm ist wie die YDOL Produkte. Man kann gezielt planen und bestimmen, wie viel Fläche benötigt wird, um die Nachhallzeit zu reduzieren und in einen Bereich bringen, der angenehm und positiv ist. Ich muss entscheiden, an welchen Stellen dies passieren muss, damit der Klang am Hörplatz besonders gut ist. Aber mit den YDOL Produkten kann man vielfältig in Form und Farbe planen und somit ist das für mich eine rundum klasse Geschichte.

 

YDOL: Funktion also nur in Kombination mit der Optik?

Max Schlundt: Ja, das ist schon so, dass man nicht ganz drum herum kommt zu sagen, „form follows function“. Dauerhaft wird man nur die Sachen schön fi nden, deren Form sich erklärt. Auch wenn man sie im allerersten Moment gar nicht schön fand, sie erklärt sich, wenn man erkennt, dass die Form der Funktion dient.

 

YDOL: Was hat sie am Roomtuning Konzept von YDOL überrascht? Welche Aspekte finden Sie besonders herausragend?

Max Schlundt: Bei dem Sofa Relax Island hatte ich sofort das Gefühl, es wäre ein ganz tolles Produkt für den Hi-Fi und High-End Bereich. Vor allem wegen der Refl exion im Raum. Das müssen wir uns so vorstellen: Wie einSet Billardkugeln würde der gesamte Schall, die ganzen Frequenzen auf die Flächen prallen und refl ektiert werden. Schnell würden wir feststellen, dass das Meiste, was reflektiert wird, eigentlich hinter die Relax Island gelenkt wird. Von dort aus würde es wieder hierher gelenkt werden und käme dann noch seitlich von hier und dort an. Es handelt sich dabei um das Einfall-Ausfallswinkel-Prinzip. In unserem Raum wird das aber gar nicht zum Tragen kommen, weil der seitliche Einfall von den großen Ohren des Relax Island und alles, was von hinten kommt von der hohen Rücklehne absorbiert wird. Wenn jemand einen großen Raum mit Sichtbeton etc. hat, in den er nicht großartig eingreifen möchte, hätte er die Möglichkeit einen optimalen Hörplatz zu schaffen. Die Anlage würde er so hinstellen, dass am Ende des Nahfeldes die Lautsprecher aufgestellt sind und an dem gedachten Hörplatz das Relax Island. Wir haben den Test hier gemacht und es ist tatsächlich so, dass über das gesamte Musikhören eine komplette klangliche Veränderung stattfi ndet, hin zum genaueren, präziseren In-die-Musik-Hineinhören. Hinzu kommt, dass sich die Veränderung nicht nur auf den gewählten Hörplatz auswirkt, sondern auf den gesamten Raum. Schließlich hat die Relax Island an sich einige Quadratmeter Absorberfläche.

 

YDOL: Im Verglich zu anderen Raumakustik-Anbietern, welche Lücke füllt YDOL aus?

Max Schlundt: Vor allem den ästhetischen Anspruch. Aber auch, dass das was akustisch notwendig ist mit relativ wenig Fläche sehr positiv machbar ist. YDOL ist in der Flexibilität groß und kommt als ein komplett fertiges Produkt anstatt eines Stückwerks, das ich erst irgendwie zusammen basteln muss.

 

YDOL: Wir sitzen hier im „Max-Schlundt-Burmester-Studio“. Burmester gilt als der „Klangpapst“ im High-End Bereich. Was macht Burmester so besonders?

Max Schlundt: Es gibt andere, die mit einem ähnlichem Anspruch daherkommen. Aber es gibt wenige, die konsequent sagen, dass sie unter einem bestimmten Niveau gar nicht wollen, dass ihr Produktname drauf steht. Außerdem gibt es kaum einen Anbieter mit diesem Anspruch, der ein so komplettes Produktportfolio anbietet wie Burmester. Vom Strom über die Quelle und Verstärker bis hin zu den Lautsprechern – Burmester hat alles, was für die Widergabe von Musik notwendig ist. Hinzu kommt, dass er sehr stabil

eine zweite Ebene aufgebaut hat – High End Sound für den Automotive Bereich. Fing eher zufällig an, dann komplett gezielt und mittlerweile ist es ein eigenständiger und sehr erfolgreicher Bereich im Unternehmen, der Soundsyteme für Porsche, die S und C Klasse und demnächst auch die E-Klasse von Mercedes Benz herstellt.

 

YDOL: Das Thema Raumakustik müsste gerade für Burmester Kunden besonders relevant sein. Wäre das Roomtuning Konzept von YDOL nicht die perfekte Ergänzung zum Burmesetr High-End Soundsystem?

Max Schlundt: Ich würde denken, es ist die perfekte Ergänzung zu unterschiedlichen Top-Produkten. Auch zu Burmester Top-Produkten.

Vielen Dank für das Gespräch.
Berlin, April 2015

Diese Unternehmen vertrauen auf die Akustiklösungen von YDOL

Bank of Scotland, Allianz Global Investors, BAUER GROUP München, Bosch GmbH, ING-DiBa Frankfurt am Main, Telefónica München, Société Générale Frankfurt am Main, metafinanz München, Jungheinrich AG Hamburg, Daimler AG Stuttgart, ADAC München, Erste Bank Wien, Red Bull Media House Salzburg, Tiroler Versicherung, Illwerke Vandans, Literaturmuseum Wien, Fachhochschule Kufstein

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